Tansania-Projekt: Krankenhaus in Orkesumet in der Nord-Zentral-Diözese

Innerhalb der vielfältigen Partnerschaftsbeziehungen der EKM nach Tansania unterstützt der Kirchenkreis Apolda-Buttstädt seit einigen Jahren das Krankenhaus Orkesumet im Simanjiro-Distrikt südlich von Arusha mitten in der Massai-Steppe. In einem Gebiet, das mit 20.000 Quadratkilometern flächenmäßig größer ist als das Bundesland Thüringen, bietet das Orkesumet-Hospital als einziges qualifiziertes Krankenhaus im ganzen Distrikt wichtige medizinische Fachleistungen an, für welche die etwa 180.000 Bewohner im Einzugsbereich sonst in die weit entfernten staatlichen Bezirkskrankenhäuser in Arusha (180 Kilometer), Moshi (220 Kilometer) oder Kibaya (150 Kilometer) transportiert werden müssten. So werden in Orkesumet unter anderem einfache Operationen, Röntgenuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen, Kaiserschnitt-Entbindungen und Bluttransfusionen angeboten, wodurch in der Vergangenheit viele Menschenleben gerettet werden konnten, weil viele Notfallpatienten den Transport über staubige Schotterpisten (in der Trockenzeit) oder überschwemmte Schlammpisten (in der Regenzeit) in die entfernten Bezirkskrankenhäuser nicht überlebt hätten.

Seit dem Bau einer einfachen Krankenstation mit 8 (!) Betten im Jahr 1972 begann die Evangelisch-Lutherische Kirche von Tansania (ELCT) mit dem Aufbau der medizinische Grundversorgung für die überwiegend nomadisch lebende Bevölkerung in dieser abgelegenen Region. Durch eine staatliche Verwaltungsreform und der Gründung des Simanjiro-Distrikts innerhalb der Manyara-Region im Jahr 1996 wurde die damalige Arusha-Diözese von staatlicher Seite gebeten, die Krankenstation zu einem Krankenhaus auszubauen. Mit der Hilfe vieler Spenden von den Partnerkirchen in Europa und Nordamerika wurde der Bau des Krankenhauses begonnen und immer weiter vorangetrieben. Im Jahr 2013 wurde das „ELCT Orkesumet Hospital“ offiziell eröffnet und bemüht sich seitdem – als nach wie vor einziges Krankenhaus im Distrikt – um die Anerkennung als Bezirkskrankenhaus von staatlicher Seite. Das Krankenhaus hat heute eine Kapazität von 70 Betten, einen OP-Saal, ein Labor, einen Röntgenraum, eine Apotheke, eine Station für die Betreuung von HIV-AIDS-Patienten, und eine Palliativ-Station. Es bietet neben der stationären Aufnahme aber auch ambulante Behandlungen an. Für besondere Operationen und Behandlungen sind regelmäßig Fachärzte vom Kirchlichen Selian-Krankenhaus Arusha vor Ort. Zur Arbeit in Orkesumet kommt allerdings noch die gesundheitliche Aufklärungsarbeit durch mobile Einsätze im ganzen Distrikt. Dabei geht es neben z.B. Mütterberatung oder Ernährungsberatung ganz aktuell in der Corona-Pandemie um Aufklärungsarbeit über präventive Maßnahmen zum Infektionsschutz.

Dr. Simon Megiroo, der innerhalb der Nord-Zentral-Diözese in Arusha die Gesundheitsabteilung leitet, beschreibt die aktuellen Herausforderungen des Krankenhauses folgendermaßen: Haltung und Gewinnung von Personal in dieser Region Tansanias, die Errichtung einer Wäscherei, um die Hygiene-Standards bei der Versorgung der Patienten zu erfüllen sowie die Ausstattung des Hospitals mit geländegängigen Krankenwagen. Als Langzeitplan für die zukünftige Entwicklung spricht er auch vom Aufbau eines medizinischen Ausbildungszentrums, um junge Menschen aus der Manyara-Region für die Arbeit im Hospital zu gewinnen.

Das Leipziger Missionswerk unterstützt in diesem Jahr mit Hilfe Ihrer Spenden den Bau der Krankenhauswäscherei und die Einrichtung einer Krankenhaus-Kantine, um die Versorgung der MitarbeiterInnen und Angehörigen von Patienten zu verbessern.