Ninive war eine große Stadt vor Gott, drei Tage-reisen groß.                       Buch Jona 3,3

 

 

In Ninive lebten viele Menschen und Tiere. Male die Felder mit den Zahlen mit der entsprechenden Farbe aus. Kennst du das Tier?

 

 

 

Wie schön war aus der Fern und Näh,
wie schön war die Stadt Ninive!

Sie hatte Mauern, stark und dick.
Die Wächter machten Blasmusik.

Ein Stadttor war aus blauen Ziegeln
mit schwerer Tür und goldenen Riegeln

Davor zwölf bärtige Soldaten
von einem Bein aufs andere traten.

Die Häuser waren schön und bunt,
die Türme spitz, die Türen rund.

Man konnte dort drei Tage wandern
von einem schönen Platz zum andern.

Da blühten Bäume in den Straßen,
auf denen bunte Vögel saßen.

Da gab es Teiche, voll von Fischen,
auch schönen goldenen dazwischen.

Die Kinder rannten um die Ecken
und spielten Haschen und Verstecken.

Dem König selbst gefiel es dort:
er wohnte darum auch am Ort.

Es gab ein goldenes Schloss für ihn,
das glänzte, wenn die Sonne schien.

Und abends auf den Mauerzinnen,
da sangen oft die Sängerinnen.

Es standen Kühe in den Gärten,
wohin sie die Besitzer sperrten.

Auch sah man kleine Schafe weiden;
die blökten freundlich und bescheiden.

Und Gott sah aus von seiner Höh
und sah auf die Stadt Ninive.

Die schöne Stadt, sie macht ihm Sorgen,
die Bosheit blieb ihm nicht verborgen.

Da tranken sie, da aßen sie.
die Hungernden vergaßen sie.

Der König schickte die Soldaten;
die plünderten in fremden Staaten.

Und ihre schönen bunten Kleider,
die nähten eingefangne Schneider.

Gott sprach, nachdem er das gesehen:
„Nein, so kann es nicht weitergehen.“

Und sprach: „Wenn sie sich nicht bekehrt,
wird bald die schöne Stadt zerstört.“

Und Gott sah aus von seiner Höh
und sah auf die Stadt Ninive.

Dann ließ er seine Blicke wandern
langsam von einem Land zum andern,

sah Wald, sah Meer, sah das, sah dies –
sah einen Mann, der Jona hieß.

„Los, Jona“, sprach der Herr, „nun geh
auf schnellstem Weg nach Ninive!

Sag ihr mein Wort! Sei mein Prophet,
weil es dort leider übel steht.

Da hilft nur eine kräftige Predigt,
sonst ist die schöne Stadt erledigt!“

Doch Jona wurde blass vor Schreck
und sagte zu sich: „Nichts als weg!

Ich lösch´ mein Licht, verschließ mein Haus.
Ich mach mich fort. Ich reiße aus.“

Den Blick nach Westen wandte er.
Erst lief er nur. Dann rannte er.

Am Feld entlang – am Wald entlang –
Er sah sich um. Es war ihm bang.

Der Staub flog hoch. Er keuchte sehr,
als liefe einer hinter ihm her.

Gott aber, der den Weg schon kannte,
sah lächelnd zu, wie Jona rannte.

Am Ende kam der müde Mann
am weiten blauen Meere an.

Da roch die Luft nach Salz und Tang.
Da fuhrn die Fischer aus zum Fang.

Matrosen sah man lachend schlendern,
erzählten sich von fremden Ländern.

Noch lag ihr Schiff an festen Tauen.
Noch sangen die Matrosenfrauen.

Als Jona alles angestaunt,
da war er wieder gut gelaunt.

Er sagte zu dem Kapitän:
„Wohin soll denn die Reise gehen?“

„Nach Tharsis geht es“, sagte der,
„weit weg von hier, weit übers Meer.“

„Je weiter“, rief er, „desto besser!
Hört zu: Ich bin kein starker Esser,

ich nehme wenig Platz euch weg
und zahle gut. Lasst mich an Deck!“

So zahlte er und ging an Bord.
Und bald darauf, da fuhrn sie fort.

 

 

 

Als Jona ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und ging auf’s Schiff.
                                  
   Buch Jona 1,3

 

 

Halte das Blatt waagerecht ganz flach vor die Augen, dann kannst du lesen worum es in diesem Brief geht.

 

 

 

Das Meer war weit. Das grüne Land,
es wurde kleiner und verschwand.

 

„Ahoi!“ rief Jona. „Klar bei See!
Ich gehe nicht nach Ninive!“

 

Dann langsam sank die Sonne unter.
So stieg er in das Schiff hinunter.

 

Und weil er nicht geschlafen hatte,
legt er sich in die Hängematte.

 

Und Gott sah aus von seiner Höh
und sah auf die Stadt Ninive.

 

Und sah das Schiff, schon weit vom Hafen,
und sah: Jetzt geht der Jona schlafen.

 

Auf einmal gab es einen Stoß.
Das Schiff stand schief. Ein Sturm brach los.

 

Die Wellen schwappten über Deck
und spülten alle Bänke weg.

 

Das Ruder schlug und brach zuletzt.
Das große Segel hing zerfetzt.

 

Nun rollten Donner, zuckten Blitze.
Der hohe Mast verlor die Spitze.

 

Das Schiff, es wurde hochgehoben
und zeigte manchmal steil nach oben.

 

Den armen Leuten auf dem Schiff
war bange, als der Sturmwind pfiff.

 

Sie liefen ängstlich hin und her.
Ihr Boot schien ihnen viel zu schwer.

 

Sie nahmen alles, was sie hatten:
den Anker und die Hängematten,

 

den Kompass und das Wetterhaus,
und warfen es zum Schiff hinaus.

 

Dann wollten sie in ihren Nöten
ein Lied anstimmen oder beten.

 

So riefen sie – weil sie nicht wussten,
zu wem sie wirklich beten mussten;

Denn Gott war ihnen unbekannt – :
„Hilf, wer das kann, hilf uns an Land!“

 

Zu Jona lief der Kapitän
und bat ihn, endlich aufzustehn.

 

„Auf! Auf!“ befahl er dem Propheten,
„wenn du es kannst, dann hilf uns beten!“

 

Inzwischen sagten die Matrosen,
sie wollten miteinander losen.

 

Wer nun das schwarze Los bekäm,
der wäre schuld an alledem.

 

Und Jona zog das schwarze Los.
Und jeder sprach: „Wer ist das bloß?“

 

„Ich bin“, sprach Jona, „ein Hebräer.
Ich flieh – und doch kommt Gott mir näher.

 

Ja, Gott, dem bin ich wohlbekannt.
Hat mich nach Ninive gesandt.

 

Da bin ich vor ihm ausgerissen
und werd nun wohl ertrinken müssen“.

 

Zuerst versuchten die Matrosen
es noch mit Rudern und mit Stoßen.

 

Doch als es gar nicht anders ging
und schon das Schiff zu sinken anfing,

 

da nahmen sie den Jona her
und warfen ihn hinaus ins Meer.

 

Sie sahn ihm nach, wie er verschwand,
und riefen: „Gott, bring uns an Land!“

 

Und siehe da – die Winde schwiegen,
die Wolke schwand, die Sterne stiegen.

 

Es wurde still all über´m Meer.
Das Schiff zog ruhig wie vorher.

 

Und sie erholten sich allmählich,
sie lobten Gott und wurden fröhlich.

 

Bald sahn sie auch ein Land von weiten
und kamen dort zu guten Leuten.

 

 

 

 

Die Matrosen warfen Jona in ihrer Not ins Meer. Hier wurde er von einem großen Fisch verschlungen. Drei Tage lang blieb Jona im Bauch des Fisches. Dort sang er sogar Gott ein Loblied. Dann brachte ihn der Fisch wieder ans Ufer.

 

Zeige Jona den Weg aus dem Fischbauch!

 

 

 

 

 

Der arme Jona schwamm inzwischen
im Meer herum mit lauter Fischen.

Es war nicht Schiff noch Insel da,
nur blaues Meer, soweit man sah.

Er war zum Glück kein schlechter Schwimmer;
doch bis nach Hause - nie und nimmer!

Da plötzlich teilten sich die Wogen.
Es kam ein großer Fisch gezogen.

Dem hatte Gott der Herr befohlen,
den nassen Jona heimzuholen.

Sein Maul war groß, wie eine Tür.
Das sperrt er auf und sagte: „Hier!“

Er saugte den Propheten ein.
Der rutschte in den Bauch hinein.

Dort saß er, glitschig, aber froh:
denn nass war er ja sowieso.

Da hat er in des Bauches Nacht
ein schönes Lied sich ausgedacht.

Das sang er laut und sang er gern.
Er lobte damit Gott den Herrn.

Der Fischbauch war wie ein Gewölbe:
das Echo sang noch mal dasselbe.

Die Stimme schwang, das Echo klang,
der ganze Fisch war voll Gesang.

Am dritten Tag im Abendlicht,
da kam das grüne Land in Sicht.

Der Fisch, der würgte sehr und spuckte,
bis Jona aus dem Maul ihm guckte.

Nun sprang der Jona auf den Strand
und winkte, bis der Fisch verschwand.

Und Gott sah aus von seiner Höh´
und sah auf die Stadt Ninive.

Sah auch den guten Fisch und sah:
Jetzt ist der Jona wieder da.

Und sprach zu ihm: „Nun aber geh
auf schnellstem Weg nach Ninive!“

Da ging er los und floh nicht mehr.
Viel Tag und Nächte wandert er.

Er kam ans Tor und ging hinein.
Die Stadt war groß, er war allein.

Und trotzdem fasste er sich Mut,
hielt seine Predigt, kurz und gut,

und rief auf Plätzen und auf Straßen,
wo Leute standen oder saßen:

„Noch vierzig Tage, spricht der Herr,
dann gibt es Ninive nicht mehr.

Die Stadt ist groß. Die Stadt ist schön.
Was böse ist, muss untergehn.“

Die Leute, wie man denken kann,
die hörten das mit Schrecken an.

Sie hatten nie daran gedacht
und schliefen nicht die nächste Nacht.

Und morgens war die Lust dahin,
die schönen Kleider anzuzieh´n.

Sie zogen einfach Säcke über
und eine alte Schürze drüber.

Es sang kein Mensch ein frohes Lied mehr.
Sie hatten keinen Appetit mehr.

Sie aßen nicht. Sie tranken nicht.
Sie dachten nur ans Strafgericht.

Und als der König das erfuhr,
erschrak er auch und nickte nur.

Er zog den Purpurmantel aus
und schickte seinen Koch nach Haus.

Er nahm nicht Schuh noch Fingerring,
weil er im Sack und barfuß ging.

Sein Herold rief mit Hörnerklang:
„Befehl: Ihr sollt drei Tage lang

Bedenken in der ganzen Stadt,
was Jona euch gepredigt hat,

was jeder Böses hat getan
und wie er `s besser machen kann.

Ihr sollt die Kleider und das Essen,
ja selbst einmal das Vieh vergessen.

Ihr sollt in Häusern und in Hütten
den Herrn um sein Erbarmen bitten.

Vielleicht ist es noch nicht zu spät,
dass unsre Stadt nicht untergeht.“

Und Gott sah aus von seiner Höh´
und sah auf die Stadt Ninive.

Und sah die traurigen Gestalten
und sprach: „Ich will die Stadt erhalten.“

Da waren alle Leute froh
und ihre Tiere ebenso.

 

 

 

Gott ließ eine Staude wachsen; die wuchs über Jona und gab ihm Schatten.         Buch Jona 4,6

 

 

A = 1,   B = 2,   C = 3   und so weiter…

 

 

Da waren alle Leute froh
und ihre Tiere ebenso.

Nur Jona nicht. Den packt die Wut.
Er sprach zu Gott: „Du bist zu gut!

Das hab ich nun von meiner Predigt:
die böse Stadt bleibt unbeschädigt.

Ich hatte mir das gleich gedacht,
mich deshalb aus dem Staub gemacht.“

Gott aber sprach und wundert sich:
„Mein lieber Jona, ärgert`s dich?“

Da hatte Jona alles satt
und ging verdrießlich aus der Stadt.

Er hat sich auf dem freien Feld
ein kleines Häuschen aufgestellt.

Dort konnte er sehen aus der Nähe,
was weiter mit der Stadt geschähe.

Doch als er schlief die nächste Nacht,
hat Gott ihm ein Geschenk gemacht.

Als früh er vor die Türe trat –
ein heißer Morgen war es grad –,

da traut er seinen Augen kaum,
da war `s gewachsen wie ein Baum,

ein Rizinus, ein grüner Strauch
mit festem Stamm und Zweigen auch;

und weil die breite Blätter hatten,
lag seine Hütte nun im Schatten.

Da freute sich der Jona sehr
und dacht an keinen Ärger mehr.

Er streckt sich aus im Sommerwetter
und sah die Sonne durch die Blätter.

Ja, sagte er, so ist `s gemütlich!
der ganze Tag war blau und friedlich.

Doch ach, schon in der nächsten Nacht,
noch ehe Jona aufgewacht,

da kam ein giftiger Wurm gekrochen,
der hat den Rizinus gestochen.

Als Jona vor die Türe trat –
ein heißer Morgen war es grad –,

erschrak er sehr und sah sofort:
Sein Rizinus war ganz verdorrt.

Die Blätter hingen schlapp und braun,
ganz kahl und traurig anzuschaun.

Die Sonne stach. Ein Wind ging heiß.
Der arme Jona stand in Schweiß.

Da weinte er. Da sagte er:
„Ach, wär ich tot! Ich kann nicht mehr.“

Gott sprach zu ihm ein gutes Wort:
„Jetzt weinst du, weil dein Baum verdorrt,

den du nicht wachsen lassen kannst
und den du nicht mal selbst gepflanzt.

Da sollte ich nicht traurig werden,
wenn meine Kinder dort auf Erden

Verderben und zugrunde gehen,
weil sie mein Wort nicht gut verstehn?

Da sollte ich die Stadt nicht schonen,
in der so viele Menschen wohnen,

so viele Eltern, viele Kinder,
so viele arme, dumme Sünder,

so viele fröhliche Gesellen –
dazu die Tiere in den Ställen!

Vielleicht für dich zum guten Schluss
wächst bald ein neuer Rizinus.

Bestimmt, du wirst dich an dem neuen
genauso wie am alten freuen.

Dann denke: So in seiner Höh
freut sich der Herr an Ninive.“